Kenia-Reise im Frühjahr 2022

Bericht von Sissi Closs und Reent Bruns

Nach längerer Zeit ohne einen Besuch in Kilifi freuten wir uns umso mehr, im Februar endlich wieder nach Kenia reisen zu können! Neben WEIKE-Mitgliedern waren auch das Projekt-Team und die Studierenden des VIEL-Projekts dabei, der Hochschulkooperation zwischen der Hochschule Karlsruhe und der PWANI University in Kilifi.

Wir freuen uns, einen Einblick in eine spannende, erfolgreiche und schöne Woche zu geben:

Dabei waren

WEIKE:

  • Reent Bruns
  • Sissi Closs

Projekt VIEL (Virtual International Exchange and Learning)

Projektteam:

  • Yvonne Cleary (Professorin Technische Kommunikation, University Limerick)
  • Sissi Closs
  • Belinda Oechsler

Studierende:

  • Grecia Hernandez Susan Saleh
  • Ivan Santos

Abflug

Mittwoch, 23.2.2022, 19:30 Uhr von Frankfurt mit Sissi, Reent und Yvonne.

Donnerstag, 24. Februar 2022

Ankunft: 06:05 Uhr in Mombasa. Wir werden von Sifah und Lenox abgeholt. Bei Yvonne dauert es etwas länger, nach ca. 1 Std sind wir alle da und fahren zum Mnarani Club.
Wir sind sehr froh. Trotz Corona, Touristen-Wegfall und 8 Monaten Schließung hat es das Hotel geschafft, im Februar wieder zu öffnen und wir können wieder in dieses Paradies. Auf der Fahrt fällt uns auf, dass es offensichtlich viel Trockenheit gab. Aber zum Glück scheint alles andere ziemlich intakt.

Schon am Nachmittag haben wir den ersten Termin an der Pwani Universität. Alles läuft sehr gut. Wir klären die Punkte, die für unser VIEL Event am 1. März noch erledigt müssen.

Freitag, 25. Februar 2021

Wir treffen uns mit den Studierenden und dem Pwani-Team auf unserem Feld. Wir sind mächtig aufgeregt: was ist in 2 Jahren geschehen?

Und dann die Riesenüberraschung. Schon von weitem leuchtet eine grüne Oase aus dem trockenen, sandigen Gelände. Das ist unser Feld 😊.

Treffen mit WEIKE-Frauen auf unserem Feld
Treffen mit den WEIKE-Frauen auf unserem Feld unter dem Nim Tree
Treffen mit den WEIKE-Frauen auf unserem Feld unter dem Nim Tree

Erforderliche Reparaturen

Solarpanel

Schon vor unserer Reise haben die Solar-Panel nicht mehr genug Strom für unsere Pumpe geliefert. Glücklicherweise konnten wir mit dem Geschäft, in dem Reent 2020 die Panels gekauft hat, vereinbaren, dass sie nach so kurzer Zeit (nicht einmal 2 Jahre) die Solarpanel kostenlos reparieren. Die reparierten Solarpanel sind wieder installiert und funktionieren.

Tank-Ventil

Außerdem war ein Ventil vom großen Tank zu einem der kleineren Tanks kaputt, so dass kein Wasser mehr vom großen in den kleinen Tank transportiert wurde. Wir konnten das Ventil schnell austauschen. Die Zufuhr funktioniert wieder.

Frauen der Generation I, die WEIKE verlassen haben

Wir erfahren, dass ein Großteil der Frauen von Generation I 2020 im Herbst 2021 ihre Parzelle aus unterschiedlichen Gründen schon weitergegeben haben.
Zwei von Generation 1 sind noch geblieben, Lilian und Kabamba. Die anderen haben entweder eine Arbeitsstelle / Ausbildung bekommen oder sind aus Mnarani weggezogen oder sind aus privaten Gründen nicht mehr dabei.

Frauen, die am Training Programm der Regierung teilgenommen haben:

Karisa Asma

Maghanga Doreen Mbawa

Mwango Amina

Safari Saumu

Santa Loice

Weitere Wechsel

  • Angaiya Eunice hat kein Interesse am Projekt mehr
  • Kahindi Furaha Chea muss sich um ihren behinderten Mann kümmern
  • Kenga Grace und Moses Riziki haben das Dorf verlassen
  • Pendo Lulu hat einen Teilzeitjob gefunden
  • Zeitun Omar hat geheiratet
  • Umazi Julia hat einen Teilzeitjob gefunden

Julia Umazi kommt strahlend zum Feld und erzählt von ihrem gelungenen Weiterkommen. Sie ist 33 Jahre, hat sechs Kinder, die älteste ist siebzehn, der jüngste 4 Jahre alt.
Mit dem Projekt hat sie es geschafft, Geld zu verdienen, ein eigenes Smartphone zu kaufen und schließlich den Teilzeitjob zu bekommen. Sie sagt uns, dass sie durch das Projekt wieder einen Platz in der Gesellschaft bekommen hat und überglücklich ist.

Frauen Generation II

Die neuen Frauen sind alle sehr glücklich, dass sie dabei sein können. Sie füllen die Bewerbungsformulare mit ihren Daten aus. Die neuen Frauen sind:

  • Elisabeth Mganga
  • Faida Riama
  • Claris Sidi Kenga
  • Mapenzi Kanzungu
  • Lilian Charo
  • Lillian Kalu Kajay (aus Genration I)
  • Bendera Charo (aus Genration I)
  • Sakina Ali
  • Sharon Kirwa
  • Christine Dama
  • Esther Mopenza
  • Saumu Mambo
  • Petra Mapenzi
  • Leah Mwangudza

Zustand Feld

Die Parzellen sind in einem sehr guten Zustand. Die Frauen pflanzen sehr sorgfältig die Samen. Die Pflanzen gedeihen prächtig.

Aktuelle Bepflanzung mit Spinat
Treffen mit den WEIKE-Frauen am großen Tank

Wichtige Ereignisse

Angebot für die Region

2021 herrschte eine große Trockenheit in der Region Kilifi. Sogar auf den Märkten konnte kein frisches Gemüse mehr angeboten werden.
Dank dem Brunnen konnten die WEIKE-Frauen kontinuierlich anbauen und ernten. Das hat dazu geführt, dass im Umkreis viele kamen, um hier ihr Gemüse und ihre Früchte zu kaufen. Viele kommen heute täglich, um ihr Gemüse und Obst einzukaufen.

Nachbarin, die jeden Tag zum Einkaufen kommt

Projekt wird offiziell wahrgenommen

Die Regierung Kilifi Land hat das Projekt wahrgenommen und als sehr positive Initiative beurteilt. Das wird dazu führen, dass außer dem schon gesponserten Zaun und Schulungsmaßnahmen weitere Unterstützung folgen wird.

Montag, 28. Februar 2022

Wir treffen uns mit dem Committee. Wir klären deren unrichtige Annahme der Fehlbeträge. WEIKE hat die Pacht-Beträge alle vollständig bezahlt, wir können die Zahlungsbelege vollständig vorlegen. Das Committee bestätigt, dass sie sich getäuscht hatten.

Dann geht es noch um die die neue Pacht. Zu unserer großen Verwunderung sollte diese um 50 % auf 3.000 Ksh / Monat steigen. Wir können darlegen, dass die Pacht in Deutschland für ein vergleichbares Land nur bei ca. 60-80 Euro / Jahr liegt. Außerdem berufen wir uns auf unseren 2020 abgeschlossen Vertrag, der für 25 Jahre gilt. Das Committe willigt schließlich ein.

Dienstag 1. März 2022

Sifah hat die Idee, dass Studierende und wir alle einen Baum pflanzen. Die Idee wird begeistert angenommen. Reent und Sifah fahren am Vormittag in eine Baumschule und besorgen 11 Bäume (Mango, Zitrone, Organe) zum Einpflanzen. Am Nachmittag kommen wir alle aufs Feld. Jede / Jeder pflanzt den eigenen Baum unter professioneller Anleitung von Reent und Hilfe von Sammy ein.

Insgesamt 11 Bäume haben wir eingepflanzt.

Pflanzung von Bäumen mit den Studierenden
Zitronenbaum von Belinda

Mittwoch, 2. März 2022

Wir treffen nochmal das Committee und können alles regeln.
Wir zahlen die Pacht für März 2022 – März 2023 (24.000 ksh) gemäß unserem Vertrag. Das Committee wird beim Engländer, dem das Land gehört, beantragen, ein weiteres Stück Land für die Erweiterung unsres Felds zu bekommen.

Donnerstag, 3. März 2022

Reent, Sissi und Yvonne fliegen zurück um 12:00 von Mombasa.
Es war ein sehr kompakter, aber durchaus positiver und glücklicher Aufenthalt.

Unterstützung von der kenianischen Regierung

Wir freuen uns sehr über die tolle Neuigkeit, die wir vor ein paar Tagen von unserem Partnerverein UWEZO erhalten haben:

Unser Landwirtschaftsprojekt wurde von der kenianischen Regierung, dem Landwirtschaftsministerium, als eines der besten gemeinnützigen Projekte im Bezirk Kilifi ausgewählt wurde! Das Ministerium hat Experten aus verschiedenen Abteilungen zu folgenden Themen eingeladen:

  1. Entwicklung von Gartenbaukulturen
  2. Programm zur Unterstützung der Entwicklung des Agrarsektors.

Sie wollen unsere Frauen im Gartenbau ausbilden und ihnen anschließend Saatgut für Zwiebeln, Tomaten und anderes Gemüse geben. Sie waren von dem WEIKE-Projekt beeindruckt und haben uns ihre Unterstützung zugesagt.

Das freut uns sehr und wir blicken gespannt auf die kommenden Ereignisse!

Rückblick auf das WEIKE-Jahr 2021

Bericht von Sissi Closs und Reent Bruns

2021 war speziell, ein ganzes Jahr ohne einen Besuch in Mnarani. Umso ermutigender ist es, dass unser Projekt weiterlebt und blüht. Das verdanken wir Euch allen: unseren großzügigen Spenderinnen und Spendern, den engagierten Weike-Mitgliedern und allen, die Weike unterstützen.

Jahresanfang 2021

Wir können wegen Covid-19 nicht nach Kenia reisen und wir können nicht wie ursprünglich im Vereinskonzept geplant, eine neue Bewerbungsrunde für die Felder initiieren. Weike beschließt daher, die Frauen, die bisher dabei sind, um 1 Jahr zu verlängern. Geplant ist eine Umfrage bei den bisher Beteiligten. Die Umfrage konnte noch nicht stattfinden, da wir nicht vor Ort sein können.

Sifah, Weike-Projektkoordinator in Mnarani und die große Stütze des Vereins vor Ort, organisiert im Januar zusammen mit Michael Mung’aro, der ebenfalls Weike von Anfang an unterstützt, ein Treffen mit den Weike -Frauen, um mit Ihnen über ihre Situation zu sprechen. Fast alle Frauen (manche sind entschuldigt)  können teilnehmen:

Amina Mwango, Loice Santa, Lulu Pendo, Lillian Kajay, Bendera Kabamba, Saumu Safari, Asma Karisa, Julia Umazi, Grace Kenga.

Alle Frauen sind begeistert über die Verlängerung und bleiben gerne dabei.

Frühjahr 2021

Die Felder blühen und gedeihen.

Aber es stellen sich schon Ermüdungserscheinungen ein. Einige Zaun-Pfähle sind morsch und müssen dringend ersetzt werden, damit keine Zicklein in die Felder laufen. Auch die Wasserschläuche sind kaputt und müssen ersetzt werden.

Zum Glück ist Sifah da und organisiert sofort die Reparatur des Zauns und den Ersatz der Wasserschläuche mit den Weike-Spenden.

Im Mai dann das nächste Problem: Es herrscht große Hitze und Trockenheit an der Ostküste in Kenia und unsere erst im Herbst 2020 installierte Solarpumpe ist schon wieder defekt. Hier trifft uns das generelle Problem: insbesondere die technischen Produkte in Kenia sind zu fast 100 % chinesische Ware von äußerst mangelhafter Qualität, so auch unsere Solarpumpe.

Alle Versuche, zu reparieren scheitern.

Dank unseren Spendern kann Weike schnell reagieren und das Geld für eine neue Solarpumpe zur Verfügung stellen. Sifah organisiert den Kauf und die Installation der neuen Pumpe.

Test der neuen Solarpumpe

Die neue Pumpe wird installiert.

Der Austausch der Solarpumpe hat funktioniert. Es gibt wieder Wasser aus unserem Brunnen und die Weike-Frauen können ihre Felder weiter bewässern.

Sommer 2021

Tatsächlich ist das versprochene Engagement der Regierung wahr geworden. Sie liefern Dünger und Samen, genug fürs ganze Jahr. Und es kommt hochwertiges Material, um einen stabilen Zaun zu bauen, der die Felder der Frauen viel besser schützt.

Den Zaunbau organisiert Sifah mit den bewährten Weike- Unterstützern.

Herbst / Winter 2021

Auch Weike-Unterstützende in Mnarani, insbesondere Juliet (Sifah’s Frau) und Sammy (Weike-Unterstützer der ersten Stunde), sind Cornoa-positiv. Wir unterstützen soweit es geht von Deutschland aus.

Trotz aller Widrigkeiten sind wir sehr glücklich, dass die Felder so gut betrieben werden und die Weike-Frauen eine gute Basis für ihren Lebensunterhalt haben.

Gute Aussichten für 2022

Das gibt uns große Hoffnung für das nächste Jahr 2022.

Wie aus einem kleinen Pflänzchen ein Bananenbaum entsteht – Unser WEIKE-Jahr 2020

Mit 2020 blicken wir auf ein Jahr der neuen globalen Herausforderungen zurück. Ein Jahr, das die Welt auf den Kopf gestellt hat. Aber auch ein Jahr voller Chancen und Möglichkeiten, zu wachsen und Neues zu beginnen.

Das trifft auch für unsere Frauen in Kenia zu. Wir sind begeistert, wie dieses Jahr aus einem leeren Feld ein gedeihendes Beet aus unzähligen Pflanzen und Bäumen entstanden ist und wie die Frauen in eigener Organisation die ersten Erträge ihrer Landwirtschaft ernten konnten.

Wir freuen uns, in diesem Blogartikel im Detail zu berichten, was das Jahr 2020 bei WEIKE geprägt hat.

Frühjahr 2020

Ende Februar bis Anfang März (26.02.-09.03.2020) sind wir wieder in Kenia (Reent, Sissi und Belinda). Bei unserem Aufenthalt können wir alle 14 Frauen kennenlernen, die fürs Projekt ausgewählt wurden. Wir legen auf unserem Feld die Parzellen für die Frauen an. Jede Frau erhält ihre eigene Parzelle und kann sich diese selbst aussuchen.

Grace auf ihrer Parzelle

Doreen auf ihrer Parzelle

 

Aufteilung der Parzellen nach Wahl der Frauen

 

Auf jeder Parzelle wird ein Sonnenschutz aus Holz und Gras errichtet für die Aussaat.

Holz für Sonnenschutz, Sifah organisiert am Handy
Holz für Sonnenschutz, Sifah organisiert am Handy

Sammy und Reent beim Bau des Sonnenschutzes

Steven, der Gärtner vom Mnarani-Hotel zeigt, wie sie ihre Gemüsefelder bebauen. Alle Frauen dürfen für eine kurze Einführung kommen.

 

Kurzeinführung Gemüseanbau

Weike wächst

Nach dem Beitritt von Sarah Ebel im Winter 2019 gibt es wieder zwei neue Weike-Mitglieder:
• Valeria D‘ Ambrosio
• Nero Kuru

Beide sind Masterstudentinnen im Studiengang Kommunikation und Mendienmanagement. Valeria hat im Herbst/Winter an einem Austauschsemester an der Pwani-Universität teilgenommen. Valeria und Neru haben beide die Summer School 2019 im September 2019 an der Pwani-Universität mitorganisiert, Bei ihrem Aufenthalt haben sie das Land, die Leute und die Kultur kennen und lieben gelernt. Sie möchten daher Weike mit ihrer Mitarbeit unterstützen. 
Dank ihrer Expertise kann Weike jetzt seine Präsenz in den sozialen Medien ausbauen und einen LinkedIn-Auftritt starten.

Frühsommer 2020

Während der Regenzeit kam es zur Überflutung der Parzellen von Amina, Loice und Asma am unteren Ende unseres Feldes. Ihre gesamte Bepflanzung wurde weggespült. Dank Sifah 
und Sammy wurden sofort Entwässerungsgräben angelegt, um das Wasser wegzuleiten. Der Verein zahlt den Arbeitslohn, Sascha kümmert sich um die Überweisung.

Sammy baut Entwässerungsgräben

Die anderen Frauen unterstützen Amina, Loice und Asma. Sie geben ihnen neue Sämlinge und Pflanzen. Damit ist der Schaden schnell behoben und alle können erfolgreich auf ihrer Parzelle weiter anbauen und ernten.

Gutes Wachstum auf den Parzellen

Sommer 2020

Auch in Kenia gibt es Corona-bedingt Restriktionen und partielle Ausgangssperren. Die Frauen können weitermachen. Sie dürfen aber nicht alle gleichzeitig auf dem Feld sein, am besten nur jeweils zu Dritt.

Anfang Juli gab es wieder eine Aufregung. In unserer Gegend haben Drogensüchtige in der Nacht die Holzpfähle der Zäune gestohlen, um diese als Brennholz zu verkaufen. Sifah und Sammy sind wieder sofort zur Stelle, besorgen neue Pfähle und reparieren den Zaun. Der Zaun ist ganz wichtig, damit keine Ziegen an die Pflanzen kommen.
Material und Reparaturaufwände konnte wieder der Verein bezahlen.
Glücklicherweise wachsen und gedeihen die Pflanzen, insbesondere die Bananen und alle anderen Früchte.

Bananenstauden nach nur vier Monaten

Herbst 2020

Die Arbeit der Frauen hat sich bis zu Regierungskreisen herumgesprochen und findet große Anerkennung. Vier Mitarbeiter*innen der National Disaster Management Authority (N.D.M.A,), eine halbstaatliche Kenianische Organisation (https://www.ndma.go.ke), besuchen das Feld:
• Adam Ndamungu- kilifi County drought cordinator
• Stephen Musimba ,kilifi County drought response officer
• Kevin Mutuku, DRR field cordinator
• Caroline Ayienda Kilifi county information officer. 
Das Beste für die Frauen ist, dass sie jetzt eine offizielle Registrierung bekommen.

Furaha, Asma und Loice mit ihrem Registration Certificate

Diese Registrierung eröffnet den Frauen die Möglichkeit, ein Konto zu eröffnen, was sie gerne tun.
Außerdem besucht Winnie Sada, eine Mitarbeiterin des Ministeriums für Landwirtschaft, das Feld, um sich persönlich ein Bild zu machen und die Frauen in der Pflanzenkunde zu unterstützen.

 

Winnie Sada beim Besuch auf unserem Feld

Winter 2020

An der Küste in Kenia ist es trocken und heiß. Sifah meldet ein Problem, der Brunnen funktioniert nicht mehr auf unserem Feld. Über Ferndiagnose mit Bildern und Whatsapp analysieren Reent und Sifah mögliche Ursachen.
Zum Glück stellt sich der Fehlerfall heraus, der am einfachsten zu beheben ist: die Pumpe ist kaputt und muss ersetzt werden.

Austausch der Pumpe

In Windeseile organisiert Sifah eine neue Pumpe und Techniker, die den Austausch der Pumpe vornehmen. Der Verein übernimmt die Kosten. Das Geld kommt dank der guten Finanzverwaltung von Sascha und der direkten PayPal-Überweisung von Tim sofort bei Sifah an, sodass es keine Verzögerungen gibt.

Zum Glück konnte die Reparatur blitzschnell durchgeführt werden, da bei Temperaturen um 40 Grad die Pflanzen in nur ein bis zwei Tagen vertrocknet wären.

Die defekte Pumpe nimmt die Firma zur Reparatur. Wir bekommen sie nach der Reparatur als Ersatzpumpe zurück.

Fazit

2020 war auch für Weike ein besonderes Jahr. Wir konnten wegen Corona nicht wie ursprünglich geplant im Herbst wieder nach Kenia fahren. Aber wir sind froh, dass die Frauen bisher alles gemeistert haben und auch die Probleme vor Ort dank unserer kenianischen Mitglieder und Freunde sowie dem engagierten Weike-Team immer schnell behoben werden konnten.

Wir danken allen Sponsoren, die es durch Ihre Unterstützung ermöglichen, dass wir so schnell im Bedarfsfall handeln können und die Hilfe dort ankommt, wo sie gebraucht wird.

Die Freude und das Lachen sind ermutigend und ansteckend.

Spielende Kinder bei unserem Feld

 

2020 | Bericht von Sissi Closs und Reent Bruns

COVID-19 in Kenia

Das Corona-Virus breitet sich auch in Kenia aus. Über 2.000 Menschen sind bereits infiziert (Stand: 2. Juni 2020, Quelle: WHO). Es herrschen strenge Maßnahmen.

Timothy Musa, ein Student der Pwany University in Kilifi und ehemaliger Austauschstudent im Rahmen des ADDI-Kooperationsprojekts, der bis heute in unserem Women Empowerment Projekt mitarbeitet, schildert uns die aktuelle Lage:

„Since the reports about the first case of COVID-19 March 2020 in Kenya, there has been mass panic in different parts in the country. This has been ramparted due different cases reported globally and various deaths. The awareness about the pandemic keeps on increasing every day. Our minds are the most powerful tools humanity poses and through various cases the economy started to change. Kilifi women mainly depend on farming, selling of commodities in the market. Their activities have been altered following various regulations from the government. This has left many women with minimal daily business given their places have to be closed before 7 P.M. as stipulated in the Kenya Curfew. Since the outbreak Kilifi had recorded 6 cases of COVID-19; they have undergone all treatment and this has been a success for the county ta large. On 1 st May 2020, Kilifi County Governor announced there was zero cases of COVID-19 in Kilifi given all those admitted had recovered and there were no other infections. This has changed the face of Kilifi but it is required to adhere to all measure given by the government to minimize the risk. More testing is still underway to ensure the Pandemic is contained once reported.“

Wir beobachten die aktuellen Entwicklungen und senden unsere besten Wünsche und viel Gesundheit nach Kenia.

Trotz der aktuellen Herausforderungen, haben unsere WEIKE Frauen viele Fortschritte in ihrem Landwirtschaftungsprojekt gemacht – das freut uns sehr! Auf Instagram und Facebook können Sie das Projekt mitverfolgen.

Die Ursprünge von WEIKE – Ein Podcast

Wo liegen eigentlich die Ursprünge von WEIKE und unserem Projekt? Sissi und Reent waren zu Gast im Eigendenker Podcast. Dort berichten Sie ausführlich darüber, wie alles entstanden ist, was die Beweggründe waren, das Projekt zu starten, und wie die aktuelle Lage vor Ort ist.

Hier geht’s zum Teaser:

… und hier zum kompletten Postcast (ca. 1h):

Vielen Dank an Marlon von Eigendenker Postcast für das Interview und die Veröffentlichung!

Studierendenprojekte zur Unterstützung unserer Projekte in Kilifi

Im Rahmen des Kooperationsprojekts ADDI (ADaptive DIgitale Lernsysteme für den Ausbau der Technischen Kommunikation und den multikulturellen, multimedialen Austausch in Deutschland und Kenia) im Masterstudiengang Kommunikation und Medienmanagement an der Hochschule Karlsruhe wurden in diesem Sommersemester mehrere Masterprojekte unter Beteiligung der zwei kenianischen Austauschstudierenden der Pwani Universität in Kilifi, Ann und Timothy, durchgeführt. Die Ergebnisse können für die von WEIKE geplanten Projekte für die Frauen in Kenia genutzt werden.

Das ADDI-Projekt wird im Rahmen des Baden-Württemberg-STIPENDIUMs für Studierende – BWS plus, einem Programm der Baden-Württemberg Stiftung für 3 Jahre gefördert.

Hier möchten wir gerne die Projekte und ihre Relevanz für WEIKE kurz vorstellen. Die ausführlicheren Berichte der Studierenden sind im Projektportal des Studiengangs KMM-Master zu finden.

 

Agrikultur in Kilifi County

Gewächshaus in KilifiEin Projektteam erarbeitete zielgruppengerechte Schulungsunterlagen über den Anbau und die Pflege von Pflanzen und Bäumen in Kilifi County, die sehr gut für unser Landwirtschaftsprojekt genutzt werden kann. Die Auswahl der Pflanzen, deren Anbau für Anfänger gut geeignet ist und deren Standortbedingungen in Kilifi erfüllt werden können, fand in enger Zusammenarbeit mit der kenianischen Austauschstudentin Ann und in Rücksprache mit einem Experten aus Kenia statt. Aus den erarbeiteten Informationen kann ein Ringbuch erstellt werden, welches die Frauen bei ihrer Arbeit auf dem Feld unterstützen soll. Ausführliche Schulungsunterlagen wurden für die Zielgruppe Trainer erstellt, die die Frauen in den Workshops zum landwirtschaftlichen Anbau schulen sollen. Des Weiteren gibt es eine Website, die sich an die Trainer und an die Landbesitzer richtet, um jederzeit über den aktuellen Stand des Landwirtschaftsprojekt zu informieren.

>> Projektbericht „Agrikultur in Kilifi County“ auf kmmmaster.de

Family Planning

Workshop zu Verhütungsmethoden in KilifiEin weiteres Projektteam erstellte zielgruppengerechte Informationen zum Thema Family Planning. Da in vielen Ländern Afrikas, so auch in Kenia, Themen wie Sexualität und Verhütung tabu sind, herrscht viel Mythus und Unkenntnis über Verhütung und die vielfältigen Methoden. Dies führt zu ungewollten Schwangerschaften und damit verbundenen Schulabbrüchen, durch die die betroffenen Frauen und Mädchen in einen Armutskreis geraten, aus dem sie selbst nicht mehr herauskommen. Um hier bei der Ursache anzuknüpfen, führt unsere Partnerorganisation Uwezo Development Initiative (UDI) Workshops in den Dörfern rund um Kilifi durch, um Frauen und Männer in den abgelegenen Dörfern über verschiedene Verhütungsmethoden zu informieren. Im Rahmen des Masterprojekts an der Hochschule Karlsruhe haben die Studierenden gemeinsam mit dem kenianischen Studenten Timothy zielgruppengerechte Informationen in 3 Sprachen (Englisch, Deutsch und Swahili) erarbeitet, die vor Ort eingesetzt werden können. Belinda und Jenni, zwei der Masterstudierenden werden von September bis Dezember 2018 im Rahmen eines Auslandssemesters vor Ort in Kilifi sein, um an dem Projekt weiterzuarbeiten und das Lernmaterial an die Menschen vor Ort heranzutragen und zu optimieren.

>> Projektbericht „Family Planning“ auf kmmmaster.de

Sonnenbrunnen

Sonnenbrunnen in KeniaIn einem weiteren Masterprojekt ging es um das Thema solarbetriebener Brunnen. Mit der Sahay Solar Engineering UG war bereits ein Unternehmen aus Karlsruhe gegeben, das solarbetriebene Brunnen in afrikanischen Raum anbietet, was Potenzial für eine Zusammenarbeit mit WEIKE bietet. Durch solarbetriebene Brunnen kann zum einen eine saubere, zuverlässige Wasserversorgung gewährleistet, und zum anderen eine nachhaltige Bewässerung der Pflanzen, die die Frauen für den Verkauf und Eigenbedarf anbauen, ermöglicht werden. Das Ergebnis des Masterprojekts sind aufbereitete Informationen in Form einer Broschüre, einem Flyer und einer Website.

>> Projektbericht „Sonnenbrunnen“ auf kmmmaster.de

 

Lernplattform Karlifi

Lernplattform karlifi.org

Kern des ADDI-Projekts ist die nachhaltige Entwicklung einer gemeinsamen Lern- und Austauschplattform zwischen der Hochschule Karlsruhe und der Pwani Universität in Kenia, die eine weitere Projektgruppe initial aufgebaut hat. Die Plattform karlifi.org dient ab sofort dazu, in Kenia und Deutschland langfristig gemeinsam zielgruppen- und kulturspezifische Inhalte zu entwickeln. Diese sollen von Studierenden, Dozenten und allen an WEIKE beteiligten Personengruppen (z.B. Trainer und Frauen) genutzt werden können. Neben spannenden Erfahrungsberichten zum Austausch der Studierenden werden auf der Plattform auch die Projekte zu den Themen Agrikultur, Family Planning und Sonnenbrunnen präsentiert.

>> Projektbericht „Lernplattform Karlifi“ auf kmmmaster.de

 


Über das Baden-Württemberg-STIPENDIUM

Das Baden-Württemberg-STIPENDIUM fördert den internationalen Austausch von qualifi­zier­ten Stu­dierenden und jungen Berufstätigen. Seit 2001 konnten über 20.000 junge Menschen aus Baden-Württemberg Auslandserfahrungen sammeln bzw. junge Menschen aus dem Ausland konnten einige Zeit in Baden-Württemberg verbringen. Jedes Jahr erhalten mehr als 1.000 junge Menschen ein Baden-Württem­berg-STIPENDIUM.
www.bw-stipendium.de

Das Programm Baden-Württemberg-STIPENDIUM für Studierende – BWS plus

Mit dem Programm BWS plus unterstützt die Baden-Württemberg Stiftung innovative Kooperationen von Hochschulen mit anderen internationalen Institutionen. 2011 wurde das mit jährlich ca. 800.000 Euro dotierte Programm zum ersten Mal ausgeschrieben und unterstützt inzwischen mehr als 50 BWS plus-Projekte an baden-württembergischen Hochschulen.

Stiftungsprofil

Die Baden-Württemberg Stiftung setzt sich für ein lebendiges und lebenswertes Baden-Würt­tem­berg ein. Sie ebnet den Weg für Spitzenforschung, vielfältige Bildungsmaßnahmen und den verant­wortungsbewussten Umgang mit unseren Mitmenschen. Die Baden-Württemberg Stiftung ist eine der großen operativen Stiftungen in Deutschland. Sie ist die einzige, die ausschließlich und überparteilich in die Zukunft Baden-Württembergs investiert – und damit in die Zukunft seiner Bürgerinnen und Bürger.
www.bwstiftung.de

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