Wie aus einem kleinen Pflänzchen ein Bananenbaum entsteht – Unser WEIKE-Jahr 2020

Mit 2020 blicken wir auf ein Jahr der neuen globalen Herausforderungen zurück. Ein Jahr, das die Welt auf den Kopf gestellt hat. Aber auch ein Jahr voller Chancen und Möglichkeiten, zu wachsen und Neues zu beginnen.

Das trifft auch für unsere Frauen in Kenia zu. Wir sind begeistert, wie dieses Jahr aus einem leeren Feld ein gedeihendes Beet aus unzähligen Pflanzen und Bäumen entstanden ist und wie die Frauen in eigener Organisation die ersten Erträge ihrer Landwirtschaft ernten konnten.

Wir freuen uns, in diesem Blogartikel im Detail zu berichten, was das Jahr 2020 bei WEIKE geprägt hat.

Frühjahr 2020

Ende Februar bis Anfang März (26.02.-09.03.2020) sind wir wieder in Kenia (Reent, Sissi und Belinda). Bei unserem Aufenthalt können wir alle 14 Frauen kennenlernen, die fürs Projekt ausgewählt wurden. Wir legen auf unserem Feld die Parzellen für die Frauen an. Jede Frau erhält ihre eigene Parzelle und kann sich diese selbst aussuchen.

Grace auf ihrer Parzelle
Doreen auf ihrer Parzelle

 

Aufteilung der Parzellen nach Wahl der Frauen

 

Auf jeder Parzelle wird ein Sonnenschutz aus Holz und Gras errichtet für die Aussaat.

Holz für Sonnenschutz, Sifah organisiert am Handy
Holz für Sonnenschutz, Sifah organisiert am Handy
Sammy und Reent beim Bau des Sonnenschutzes

Steven, der Gärtner vom Mnarani-Hotel zeigt, wie sie ihre Gemüsefelder bebauen. Alle Frauen dürfen für eine kurze Einführung kommen.

 

Kurzeinführung Gemüseanbau

Weike wächst

Nach dem Beitritt von Sarah Ebel im Winter 2019 gibt es wieder zwei neue Weike-Mitglieder:
• Valeria D‘ Ambrosio
• Nero Kuru

Beide sind Masterstudentinnen im Studiengang Kommunikation und Mendienmanagement. Valeria hat im Herbst/Winter an einem Austauschsemester an der Pwani-Universität teilgenommen. Valeria und Neru haben beide die Summer School 2019 im September 2019 an der Pwani-Universität mitorganisiert, Bei ihrem Aufenthalt haben sie das Land, die Leute und die Kultur kennen und lieben gelernt. Sie möchten daher Weike mit ihrer Mitarbeit unterstützen. 
Dank ihrer Expertise kann Weike jetzt seine Präsenz in den sozialen Medien ausbauen und einen LinkedIn-Auftritt starten.

Frühsommer 2020

Während der Regenzeit kam es zur Überflutung der Parzellen von Amina, Loice und Asma am unteren Ende unseres Feldes. Ihre gesamte Bepflanzung wurde weggespült. Dank Sifah 
und Sammy wurden sofort Entwässerungsgräben angelegt, um das Wasser wegzuleiten. Der Verein zahlt den Arbeitslohn, Sascha kümmert sich um die Überweisung.

Sammy baut Entwässerungsgräben

Die anderen Frauen unterstützen Amina, Loice und Asma. Sie geben ihnen neue Sämlinge und Pflanzen. Damit ist der Schaden schnell behoben und alle können erfolgreich auf ihrer Parzelle weiter anbauen und ernten.

Gutes Wachstum auf den Parzellen

Sommer 2020

Auch in Kenia gibt es Corona-bedingt Restriktionen und partielle Ausgangssperren. Die Frauen können weitermachen. Sie dürfen aber nicht alle gleichzeitig auf dem Feld sein, am besten nur jeweils zu Dritt.

Anfang Juli gab es wieder eine Aufregung. In unserer Gegend haben Drogensüchtige in der Nacht die Holzpfähle der Zäune gestohlen, um diese als Brennholz zu verkaufen. Sifah und Sammy sind wieder sofort zur Stelle, besorgen neue Pfähle und reparieren den Zaun. Der Zaun ist ganz wichtig, damit keine Ziegen an die Pflanzen kommen.
Material und Reparaturaufwände konnte wieder der Verein bezahlen.
Glücklicherweise wachsen und gedeihen die Pflanzen, insbesondere die Bananen und alle anderen Früchte.

Bananenstauden nach nur vier Monaten

Herbst 2020

Die Arbeit der Frauen hat sich bis zu Regierungskreisen herumgesprochen und findet große Anerkennung. Vier Mitarbeiter*innen der National Disaster Management Authority (N.D.M.A,), eine halbstaatliche Kenianische Organisation (https://www.ndma.go.ke), besuchen das Feld:
• Adam Ndamungu- kilifi County drought cordinator
• Stephen Musimba ,kilifi County drought response officer
• Kevin Mutuku, DRR field cordinator
• Caroline Ayienda Kilifi county information officer. 
Das Beste für die Frauen ist, dass sie jetzt eine offizielle Registrierung bekommen.

Furaha, Asma und Loice mit ihrem Registration Certificate

Diese Registrierung eröffnet den Frauen die Möglichkeit, ein Konto zu eröffnen, was sie gerne tun.
Außerdem besucht Winnie Sada, eine Mitarbeiterin des Ministeriums für Landwirtschaft, das Feld, um sich persönlich ein Bild zu machen und die Frauen in der Pflanzenkunde zu unterstützen.

 

Winnie Sada beim Besuch auf unserem Feld

Winter 2020

An der Küste in Kenia ist es trocken und heiß. Sifah meldet ein Problem, der Brunnen funktioniert nicht mehr auf unserem Feld. Über Ferndiagnose mit Bildern und Whatsapp analysieren Reent und Sifah mögliche Ursachen.
Zum Glück stellt sich der Fehlerfall heraus, der am einfachsten zu beheben ist: die Pumpe ist kaputt und muss ersetzt werden.

Austausch der Pumpe

In Windeseile organisiert Sifah eine neue Pumpe und Techniker, die den Austausch der Pumpe vornehmen. Der Verein übernimmt die Kosten. Das Geld kommt dank der guten Finanzverwaltung von Sascha und der direkten PayPal-Überweisung von Tim sofort bei Sifah an, sodass es keine Verzögerungen gibt.

Zum Glück konnte die Reparatur blitzschnell durchgeführt werden, da bei Temperaturen um 40 Grad die Pflanzen in nur ein bis zwei Tagen vertrocknet wären.

Die defekte Pumpe nimmt die Firma zur Reparatur. Wir bekommen sie nach der Reparatur als Ersatzpumpe zurück.

Fazit

2020 war auch für Weike ein besonderes Jahr. Wir konnten wegen Corona nicht wie ursprünglich geplant im Herbst wieder nach Kenia fahren. Aber wir sind froh, dass die Frauen bisher alles gemeistert haben und auch die Probleme vor Ort dank unserer kenianischen Mitglieder und Freunde sowie dem engagierten Weike-Team immer schnell behoben werden konnten.

Wir danken allen Sponsoren, die es durch Ihre Unterstützung ermöglichen, dass wir so schnell im Bedarfsfall handeln können und die Hilfe dort ankommt, wo sie gebraucht wird.

Die Freude und das Lachen sind ermutigend und ansteckend.

Spielende Kinder bei unserem Feld

 

2020 | Bericht von Sissi Closs und Reent Bruns

COVID-19 in Kenia

Das Corona-Virus breitet sich auch in Kenia aus. Über 2.000 Menschen sind bereits infiziert (Stand: 2. Juni 2020, Quelle: WHO). Es herrschen strenge Maßnahmen.

Timothy Musa, ein Student der Pwany University in Kilifi und ehemaliger Austauschstudent im Rahmen des ADDI-Kooperationsprojekts, der bis heute in unserem Women Empowerment Projekt mitarbeitet, schildert uns die aktuelle Lage:

„Since the reports about the first case of COVID-19 March 2020 in Kenya, there has been mass panic in different parts in the country. This has been ramparted due different cases reported globally and various deaths. The awareness about the pandemic keeps on increasing every day. Our minds are the most powerful tools humanity poses and through various cases the economy started to change. Kilifi women mainly depend on farming, selling of commodities in the market. Their activities have been altered following various regulations from the government. This has left many women with minimal daily business given their places have to be closed before 7 P.M. as stipulated in the Kenya Curfew. Since the outbreak Kilifi had recorded 6 cases of COVID-19; they have undergone all treatment and this has been a success for the county ta large. On 1 st May 2020, Kilifi County Governor announced there was zero cases of COVID-19 in Kilifi given all those admitted had recovered and there were no other infections. This has changed the face of Kilifi but it is required to adhere to all measure given by the government to minimize the risk. More testing is still underway to ensure the Pandemic is contained once reported.“

Wir beobachten die aktuellen Entwicklungen und senden unsere besten Wünsche und viel Gesundheit nach Kenia.

Trotz der aktuellen Herausforderungen, haben unsere WEIKE Frauen viele Fortschritte in ihrem Landwirtschaftungsprojekt gemacht – das freut uns sehr! Auf Instagram und Facebook können Sie das Projekt mitverfolgen.

Die Ursprünge von WEIKE – Ein Podcast

Wo liegen eigentlich die Ursprünge von WEIKE und unserem Projekt? Sissi und Reent waren zu Gast im Eigendenker Podcast. Dort berichten Sie ausführlich darüber, wie alles entstanden ist, was die Beweggründe waren, das Projekt zu starten, und wie die aktuelle Lage vor Ort ist.

Hier geht’s zum Teaser:

… und hier zum kompletten Postcast (ca. 1h):

Vielen Dank an Marlon von Eigendenker Postcast für das Interview und die Veröffentlichung!

WEIKE Jahresbericht 2019

Frühjahr 2019

Bei unserem Aufenthalt im März 2019 können wir erfolgreich ein schönes Stück Land (ca. 3000 qm) in Mnarani, einem kleinen Ort bei Kilifi, pachten.
Der Pachtvertag enthält folgende wichtigen Details:

  • Kosten der Pacht pro Jahr: 24.000 KES
  • Dauer: 25 Jahre

Wir bauen einen Zaun um das Grundstück und ein Tor.

Wir stellen Gelder zur Verfügung, um Werkzeuge und erstes Saatgut zu kaufen. Ende Mai wird das Land komplett gereinigt und umgepflügt.
Danach säen und pflanzen Frauen.

Nach der Regenzeit im August können bereits Black Peas (Erbsenart) geerntet werden.

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Weike Frauen bei der Ernte auf unserem gepachteten Land in Mnarani

Herbst 2019

Bei unserem Aufenthalt im September 2019 gehen wir das zweite größere Projekt an. Wir bauen mit lokalen Firmen, die Sifah organisiert hat, einen Brunnen auf unserem Land, damit Weike-Frauen auch in den trockenen Monaten das Land bewirtschaften können.

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Brunnenbau mit Arbeitern der lokalen Brunnenbaufirma

 

Es ist geschafft: Bei ca. 35 m kommt gutes Süßwasser aus dem Brunnen. Ein halber Liter in der Sekunde im Test.

Wasser aus unserem Brunnen in guter Qualität

Nach dem erfolgreichen Brunnenbau können wir auch das nächste Projekte noch während unseres Aufenthalts angehen: Bau und Aufstellung von 3 Tanks für die Wasserspeicherung sowie die Installation einer Solaranlage (Pumpe und Solarpanels).

Zum Abschluss unseres Aufenthalts ist das Ziel geschafft.
Der Brunnen ist gebaut, die Tanks mit Solarpumpe und Solarpanels sind installiert. Die Anlage funktioniert nachhaltig mit Sonnenenergie.

  • Alle Tanks stehen.
  • Das Wasser wird aus dem Brunnen in die Tanks gepumpt.
  • Mit Wasserschläuchen können die Felder bewässert werden.
Großer Tank mit Solarpanel und Wasserschlauch

 

Das strahlende Team (von links): Mae Karisa Mwaringa, Michael, Sifah, Reent

 

Am Nachmittag findet ein Weike-Treffen auf unserem Land statt.

Weike-Frauen auf unserem gepachteten Land

Winter 2019

Die Weike Mitglieder konzipieren gemeinsam Kriterien und Regeln für die Aufnahme von Frauen in das Agrargprojekt. Das Land wir in 14 Parzellen aufgeteilt. Dies ermöglicht die Aufnahme von 14 Frauen. Für die Aufnahme füllt eine Bewerberin einen Aufnahmeantrag aus, in dem die festgelegten Kriterien für die Aufnahme abgefragt werden.

Sifah hat die Aufnahmeanträge von 22 Frauen eingesammelt.

Frauen und Kinder, die sich für Weike interessieren

 

Daraus hat Weike im Dezember 2019 14 Frauen entsprechend den Kriterien ausgewählt. Sie werden als 1. Generation das Land ab Januar 2020 bewirtschaften werden. Die Aufnahme gilt jeweils 1 Jahr und kann dann verlängert werden.

Im Januar 2020 sind Workshops mit einem Agrar-Officer geplant, Saatgut wird angeschafft und verteilt. Dann beginnt die Bewirtschaftung der Parzellen.

Wir freuen uns sehr über die großen Erfolge in 2019 und danken allen Spenderinnen und Spendern, die uns im vergangenen Jahr unterstützt haben und all die großen Fortschritte möglich gemacht haben.

Asante sana! Vielen Dank!

Kenia-Aufenthalt im September 2019

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Vom 6. bis zum 18. September 2019 waren wir wiedermal mit WEIKE-Mitgliedern und Studierenden der Hochschule Karlsruhe in Kenia, um in unserem Landwirtschaftsprojekt voranzukommen. Nachdem wir im März erfolgreich ein Land gepachtet hatten, war unser Ziel dieses Aufenthalts, einen Brunnen auf unserem Land zu bauen und Tank für die Bewässerung zu installieren.

Dabei waren:

  • Reent Bruns, Sissi Closs, Simone Grasmeier
  • Studierende – Austausch ab 6.9.19: Julien Combelles, Valeria D‘Ambrosio, Greta Held, Lara Krägel, Dennis Jimoh
  • Studierende – Summer School ab 11.9.19: Nergis Kuru, Dominik Müller, Belinda Oechsler, Miriam Yaman

Freitag, 06.09.2019

Los ging es für Sissi und Reent am Donnerstag, 5.9.2019 um 20:00 Uhr ab Frankfurt. Am nächsten Morgen Ankunft um 05:35 in Mombasa, wo wir von Sifah und dem Fahrer mit Minibus abgeholt werden. Dennis ist schon da, die Mädels kommen um 6:35, allerdings Greta aus München ohne Gepäck. Um 9:00 Uhr liefern wir die Studierenden im Hotel Dhao ab. Reent und Sissi gehen gegenüber wieder in den Mnarani Club.

Schon am Nachmittag gehen wir alle zusammen zu unserem Land in Mnarani. Mit dem von Weike gesponserten Saatgut konnten Frauen vor der Regenzeit Ende Mai schon erste Pflanzungen vornehmen. Und jetzt, nach der Regenzeit können Black Peas (Erbsenart) geerntet werden.

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Weike Frauen bei der Ernte auf unserem gepachteten Land in Mnarani

Dank Sifah, der die Firmen vor Ort organisiert, hat der Brunnenbau bereits begonnen. Wir können die Arbeiten besichtigen. Es geht voran, aber es kommt noch kein Wasser bei aktuell ca. 25m Tiefe.

Samstag, 07.09.2019

Wir treffen uns mit den Studierenden. Alle, auch Paul Mumelo, ein Austauschstudent, der bei uns im Sommersemester war, kommen mit zum Land.

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Treffen mit den Studierenden auf unserem Land in Mnarani (von links: Sifah, ein Nachbar, Lena, Paula, Julien, Lara, Sissi, Dennis, Greta, Valeria, Paul)

Der Brunnenbau ist in vollem Gange, alle sind sehr beeindruckt von der Konstruktion.

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Brunnenbau mit Arbeitern der Brunnenbau Firma

Nachmittags führt die Bohrfirma einen Test in ca. 30 m durch. Es kommt Wasser, aber noch nicht genug. Sie werden es heute bis 18:00 nicht mehr vollständig schaffen, sind aber guter Dinge.

sifah-mit-brunnenbaufirma
Sifah mit Arbeitern von der Brunnenbaufirma

Wir gehen zurück ins Hotel; das Gepäck von Greta ist angekommen. 🙂

Dienstag, 10.09.2019

Wir treffen uns mit dem Committee, um das weitere Vorgehen zu besprechen.
Es gibt die Erfolgsmeldung vom Brunnenbau. Es kommt gutes Süßwasser aus dem Brunnen, aber es muss noch tiefer gebohrt und gespült werden.

Sifah, Mae Karisa Mwaringa, Michael und Reent beim Messen des Wasservolumens

Mittwoch, 11.09.2019

Morgens treffen wir Sam, der die Rohre für die Bewässerung (Tankverbindung und Wasserhähne) macht. Nachmittags treffen wir nochmal das Committee zur Zahlung der 2. Rate für unseren Toilettenzuschuss, der vertraglich im März 2019 vereinbart wurde.

Danach treffen wir Weike-Frauen aus Mnarani.

Treffen mit Frauen im Haus neben unserem Land. Paul erklärt unseren Fragebogen

Donnerstag, 12.09.2019

Mittags testen wir die Wasserqualität des Brunnens. Dann treffen wir den Schweißer wegen dem großen Tankgestell.

Wasser aus unserem Brunnen in guter Qualität

Freitag, 13.09.2019

Wir suchen Solar-Panels für den Brunnen im Geschäft in Kilifi aus. Außerdem werden auf dem Land die Fundamente für die Tanks gemacht.

Fundamente für die Tanks

Am Nachmittag fahren wir zu Feier von Juliet, der Frau von Sifah. Sie feiert ihren Geburtstag, ihr erstes Jahr im Amt und den Abschluss in der Ausbildung im Sozialwesen.

Juliet und Sifah auf der Feier

Samstag, 14.09.2019

Wir treffen uns mit allen Handwerkern:

  • Tanks; Gestelle für 3 Tanks
  • Solarpumpe und Panels • Mauerarbeiten

Es ist geschafft: Bei ca. 35 m kommt gutes Süßwasser aus dem Brunnen. Ein halber Liter in der Sekunde im Test.

Das strahlende Team (von links): Mae Karisa Mwaringa, Michael, Sifah, Reent
Das strahlende Team mit Sissi

Montag,16.09.2019

Jetzt wollen wir noch die Solarpumpe installieren. Reent und Simone Grasmeier kaufen die Solar-Panele in Mombasa.

Geschäfte in Mombasa

Am Nachmittag findet ein Weike-Treffen auf unserem Land statt.

Weike-Frauen auf unserem gepachteten Land

Abends hat Reent mit dem Schlosser das Gestell für den großen Tank geschweißt.

Gestell für den großen Tank wird geschweißt

Dienstag, 17.09.2019

Die große Summer School an der Pwani University mit ca. 70 Teilnehmenden findet statt.

Treffen an der Pwani University (von links): Edith, Valeria, Lara, Paul, Julien Vorträge und Video-Workshop sind ein voller Erfolg.
Studierende beim Video-Schnitt

Mittwoch, 18.09.2019

Der Brunnen ist gebaut, die Tanks mit Solarpumpe und Solarpanels sind installiert. Die Anlage funktioniert nachhaltig mit Sonnenenergie.

Unser Ziel für diese Reise ist mehr als erfüllt:

  • Alle Tanks stehen.
  • Das Wasser wird aus dem Brunnen in die Tanks gepumpt.
  • Mit Wasserschläuchen können die Felder bewässert werden.

 

Großer Tank mit Solarpanel und Wasserschlauch

Das Gestell für den großen mittleren Tank muss noch verstärkt werden. Wir fliegen am Abend zurück, aber Simone Grasmeier ist noch 2 Tage da bis zur erfolgreichen Fertigstellung.

Fazit

Es war ein intensiver und aufregender Auftenthalt und wir haben unser Ziel des Brunnenbaus und der Installation der Bewässerung erfolgreich umgesetzt und so den Startschuss für die weitere Bewirtschaftung gegeben. Vielen Dank an alle, die tatkräftig mitgeholfen haben und unseren Spenderinnen und Spendern, die diese Schritte möglich gemacht haben.

Unser Projekt ist gestartet – Reise nach Kenia im März 2019

Vom 1. März bis 13. März 2019 waren wir erneut in Kenia, mit dem Ziel, die Planungen und Vorarbeiten in unserem Landwirtschaftsprojekt endlich in die Tat umsetzen zu können.

Und tatsächlich – unseren ersten großen Meilenstein in unserem Landwirtschaftsprojekt haben wir erreicht. Wir haben ein Grundstück gepachtet, die ersten Investitionen getätigt und das Landwirtschaftsprojekt ins Rollen gebracht.

Auf Instagram haben wir tagesaktuell über unsere Aktivitäten und Fortschritte berichtet.

In diesen Bericht möchten wir nochmal kurz und knapp über die wichtigsten Ereignisse und Erfolge erzählen.

Abflug

Am Donnerstag, 28.2.2019 starteten wir (Reent Bruns, Sissi Closs, Angelika Mahringer und Christel Mahringer) um 20:05 mit dem Flieger von Frankfurt.

Freitag, 01.03.2019

Ankunft: 06:00 in Mombasa, abgeholt von Fahrer, Ankunft Mnarani Club: ca. 8:30Uhr
13:00 Uhr Erstes Treffen mit Sifah, Austausch über Entwicklung seit September 2018

Samstag, 02.03.2019

10:30: Treffen mit Committee, das das Land verwaltet, von dem wir ein Stück pachten möchten. Das Committee bringt den im Laufe des Winters ausgearbeiteten Pachtvertrag. Der Pachtvertag enthält folgende wichtigen Details:

  • Pacht pro Jahr: 24.000 KES
  • Dauer: 25 Jahre

Die anwesenden Weike-Mitglieder (Angelika, Christel, Reent, Sissi, Sifah) unterschreiben.
Das Committee ist nicht vollzählig und nimmt daher den Vertrag mit, damit alle den Vertrag unterzeichnen.

Sonntag, 03.03.2019

11:00 Uhr Wir treffen uns auf dem zu pachtenden Grundstück mit einer Firma für Brunnenbohrung. Die Firma hat bei dem Weike-Unterstützer Michael bereits ein Bohrloch gebohrt und einen funktionsfähigen Brunnen installiert. Wir erhalten eine grobe Kostenkalkulation.

15:00 Wir treffen uns erneut mit dem Committee. Sie bringen den ihrerseits unterschriebenen Vertrag. Allerdings fehlt noch die Unterschrift von einem wichtigen Committee-Mitglied. Daher nimmt das Committeee die Unterlagen wieder mit und wir vereinbaren einen Termin am Montag.

Montag, 04.03.2019

16:00 Treffen mit dem Committee. Das Committee bringt das von allen unterschriebene Agreement. Allerdings sollen jetzt zusätzlich 6 Toiletten finanziert werden (ca. 6.000 Euro). Wir verhandeln, da bis jetzt von Toiletten nicht die Rede war. Das Committee nimmt die Verträge wieder mit und wir einigen uns auf eine Lösung im Laufe der nächsten Woche.

Dienstag, 05.03.2019

Das Weike-Team trifft sich und bespricht die weitere Vorgehensweise.
Wir sind uns einig: kein neuer Land-Versuch, stattdessen verhandeln mit dem Committee. Wir einigen uns darauf, dass unser Verein den Bau von 2 Toiletten finanziell unterstützt (200.000 KES).
15:30 Treffen mit dem Committee und allen Weike-Mitgliedern vor Ort. Nach zähen Verhandlungen einigen wir uns darauf, dass wir 2 Toiletten finanzieren
16:00 Treffen mit 10 Frauen in Mnarani. Austausch und Diskussion der kompletten Unterlagen über Verhütungsmethoden. Wir haben das komplette Material in Swaheli, das Rukiya, Ann, und Timothy übersetzt haben, ausgedruckt mitgebracht. Die Frauen finden das Material gut und beteiligen sich sehr lebhaft an der Diskussion.

Mittwoch, 06.03.2019

14:00 Uhr Treffen mit dem Zaunbauer

Donnerstag, 07.03.2019

16:00 Uhr Treffen mit dem Committee und finale Unterschrift unter den Leasingvertrag mit gleichzeitiger Übergabe der 1. Pacht bis 31.3. 2020 sowie der ersten Rate für die 2 Toiletten.
Alle sind sehr glücklich über die Lösung.

Freitag, 08.03.2019

08:00 Reent kauft zusammen mit Sifah das Material für einen Zaun um das gepachtete Grundstück.
Die Zaun-Firma startet sofort mit dem Zaunbau.

Samstag, 09.03.2019

Der Zaun ist tatsächlich fertig trotz ca. 40 Grad Hitze.

Sonntag, 10.03.2019

Besuch bei Michael’s Familie und Bewunderung seines neu geborenen Sohns
Besichtigung der Wasserinstallation, die bei ihm gemacht wurde.

Montag, 11.03.2019

Besuch bei dem Besitzer des Grundstücks, von dem wir einen Teil gepachtet haben.

Dienstag, 12.03.2019

16:00 Uhr Treffen mit Frauen aus Mnarani auf unserem neu gepachteten Grundstück. Alle sind begeistert, dass jetzt etwas vorangeht und sie tatsächlich anfangen können. Die ersten Aktivitäten werden geplant und alle freuen sich riesig.

20:00 Abschlusstreffen im Mnarani Club mit allen Weike Mitgliedern vor Ort

Mittwoch, 13.03.2019

Ausklang und Abflug um 22:30 von Mombasa.

 

Unsere ausführlichen Berichte mit Bildern könnt ihr auf unserer Instagram-Seite nachlesen.

 

Unsere Reise nach Kenia im September 2018

Vom 30. August bis zum 7. September 2018 waren wir erneut in Kenia, um in unserem Projekt voranzukommen. Mit dabei waren Sissi Closs, Reent Bruns, Gabi Amman und Sepp Ballauf sowie die Masterstudentinnen Jennifer Hoffstaetter und Belinda Oechsler, die im Rahmen der Hochschulkooperation ein komplettes Semester in Kilifi verbringen.

Unsere Fortschritte im Wochenüberblick:

Sonntag, 2.9.2018 –
Besichtigung von Grundstücken für unser geplantes Agrarprojekt

1. Majajani Conter: 1,5 acre

  • Dieses Grundstück liegt direkt an einer befahrenen, nicht asphaltierten Straße (sehr hohes Staubaufkommen). Bei der anschließenden Search (Grundbuchauskunft) am Montag 3.9 hat sich herausgestellt, dass lediglich 1 Acre kaufbar ist.
  • Unsere Einschätzung: Das Grundstück eignet sich nicht für unser Projekt, da es zu klein und mit der Lage direkt an der Straße zu staubig ist.

2. Dzombere, 1-3 acre

  • Dieses Grundstück liegt sehr schön auf einer Anhöhe. Allerdings ist es aufgrund fehlender Infrastruktur schwer zu erreichen.
  • Unsere Einschätzung: Das Grundstück eignet sich nicht für unser Projekt, da es schwer zu erreichen ist.

Dienstag, 4.9.2018 –
Treffen mit Frauen aus unserem Weike-Projekt

Wir konnten 15 Frauen aus Mnarani und Umgebung treffen. Hierbei wollten wir die Ergebnisse des Masterprojekts von Belinda, Jennifer und Timothy zum Thema Famliy Planning mit den Frauen besprechen und erfahren, ob sie an den Ergebnissen interessiert sind.

Unser Masterprojekt hat zum Thema Verhütungsmittel unterschiedliche Dokumente produziert:

  • Informationen für Frauen
  • Informationen für Männer
  • Informationen für Dozenten

Zusammen mit der Dozentin Edith Miano sowie den Studierenden Ann Mwangi und Timothy Musa konnten wir in einem Zentrum in Mnarani die Frauen treffen, die teilweise mit ihren Kindern gekommen sind. Die Informationen für Frauen in Englisch und Swahili haben wir an die Frauen verteilt. Edith, Ann und Timothy haben auf Swahili erklärt, worum es geht. Belinda und Jennifer hatten einen Fragebogen vorbereitet, mit dem wir abgefragt haben, wieweit die Information für die Frauen nützlich ist. Nach eifrigen Diskussionen hat sich herausgestellt, dass die Frauen die Informationen sehr gut finden. Aber sie haben auch noch interessante weitere Aspekte genannt, die berücksichtigt werden sollen, zum Beispiel in wieweit Alkohol und Drogen Verhütungsmittel beeinflussen. Das Treffen dauerte 2-3 Stunden. Die Stimmung war sehr gut und wir haben sehr viele Impulse mitgenommen.

Aufgrund der positiven Rückmeldungen haben wir beschlossen, die kompletten Informationen in Swahili zu übersetzen und den Frauen zur Verfügung zu stellen. Die Übersetzung werden Ann und Timothy machen.

Donnerstag, 6.9.2018

Vormittags besuchten wir ein Schweitzer Agrarprojekt über Gäste, die wir im Hotel kennengelernt haben. Wir konnten viele Informationen bekommen, wie Gemüse sinnvoll und in welcher Art angebaut werden kann. Biovision ist die Schweitzer Dachorganisation für dieses Projekt.

Nachmittags besuchten wir ein weiteres Grundstück in Mavueni.

Unsere Einschätzung: Das Grundstück eignet sich für unser Projekt. Es eignet sich für Anbau und ist gut erreichbar. Es bietet auch genügend Schutz durch umliegende Bewohner. In der nahen Umgebung wurden Brunnen mit Süßwasser gebaut.

Mit dem Verkäufer wurde vereinbart, die für einen Verkauf erforderlichen Schritte durchzuführen. Der Verkäufer muss dazu zuerst einige Formalia klären. Danach wird über den Kaufpreis verhandelt, um zu einer Vereinbarung zu kommen vor dem tatsächlichen Kauf.

Fazit unserer Reise

Das dritte von uns besichtigte Grundstück hat unserer Meinung nach Potential. Allerdings wird sich der Kauf noch einige Zeit hinziehen.

Um möglichst zeitnah für die Frauen in unserem Projekt etwas aufbauen zu können, versuchen wir einen iterativen Ansatz. Im ersten Schritt möchten wir versuchen, ein Stück Land zu pachten. Dazu eignet sich unserer Meinung nach das Land rund um den Treffpunkt, wo wir uns mit den Frauen in Mnarani getroffen haben. Daher haben wir jetzt versucht, mit dem Kommittee, das dieses Land verwaltet, Kontakt aufzunehmen und Möglichkeiten der Verpachtung abzusprechen.

Im Nachgang an unseren Aufenthalt haben wir dann die Zustimmung des Verwaltungskommitees erhalten, dass wir das Land pachten können.

Wenn auch die vertragliche Vereinbarung gelingt, können wir bald mit dem ersten Agrarprojekt starten!

Studierendenprojekte zur Unterstützung unserer Projekte in Kilifi

Im Rahmen des Kooperationsprojekts ADDI (ADaptive DIgitale Lernsysteme für den Ausbau der Technischen Kommunikation und den multikulturellen, multimedialen Austausch in Deutschland und Kenia) im Masterstudiengang Kommunikation und Medienmanagement an der Hochschule Karlsruhe wurden in diesem Sommersemester mehrere Masterprojekte unter Beteiligung der zwei kenianischen Austauschstudierenden der Pwani Universität in Kilifi, Ann und Timothy, durchgeführt. Die Ergebnisse können für die von WEIKE geplanten Projekte für die Frauen in Kenia genutzt werden.

Das ADDI-Projekt wird im Rahmen des Baden-Württemberg-STIPENDIUMs für Studierende – BWS plus, einem Programm der Baden-Württemberg Stiftung für 3 Jahre gefördert.

Hier möchten wir gerne die Projekte und ihre Relevanz für WEIKE kurz vorstellen. Die ausführlicheren Berichte der Studierenden sind im Projektportal des Studiengangs KMM-Master zu finden.

 

Agrikultur in Kilifi County

Gewächshaus in KilifiEin Projektteam erarbeitete zielgruppengerechte Schulungsunterlagen über den Anbau und die Pflege von Pflanzen und Bäumen in Kilifi County, die sehr gut für unser Landwirtschaftsprojekt genutzt werden kann. Die Auswahl der Pflanzen, deren Anbau für Anfänger gut geeignet ist und deren Standortbedingungen in Kilifi erfüllt werden können, fand in enger Zusammenarbeit mit der kenianischen Austauschstudentin Ann und in Rücksprache mit einem Experten aus Kenia statt. Aus den erarbeiteten Informationen kann ein Ringbuch erstellt werden, welches die Frauen bei ihrer Arbeit auf dem Feld unterstützen soll. Ausführliche Schulungsunterlagen wurden für die Zielgruppe Trainer erstellt, die die Frauen in den Workshops zum landwirtschaftlichen Anbau schulen sollen. Des Weiteren gibt es eine Website, die sich an die Trainer und an die Landbesitzer richtet, um jederzeit über den aktuellen Stand des Landwirtschaftsprojekt zu informieren.

>> Projektbericht „Agrikultur in Kilifi County“ auf kmmmaster.de

Family Planning

Workshop zu Verhütungsmethoden in KilifiEin weiteres Projektteam erstellte zielgruppengerechte Informationen zum Thema Family Planning. Da in vielen Ländern Afrikas, so auch in Kenia, Themen wie Sexualität und Verhütung tabu sind, herrscht viel Mythus und Unkenntnis über Verhütung und die vielfältigen Methoden. Dies führt zu ungewollten Schwangerschaften und damit verbundenen Schulabbrüchen, durch die die betroffenen Frauen und Mädchen in einen Armutskreis geraten, aus dem sie selbst nicht mehr herauskommen. Um hier bei der Ursache anzuknüpfen, führt unsere Partnerorganisation Uwezo Development Initiative (UDI) Workshops in den Dörfern rund um Kilifi durch, um Frauen und Männer in den abgelegenen Dörfern über verschiedene Verhütungsmethoden zu informieren. Im Rahmen des Masterprojekts an der Hochschule Karlsruhe haben die Studierenden gemeinsam mit dem kenianischen Studenten Timothy zielgruppengerechte Informationen in 3 Sprachen (Englisch, Deutsch und Swahili) erarbeitet, die vor Ort eingesetzt werden können. Belinda und Jenni, zwei der Masterstudierenden werden von September bis Dezember 2018 im Rahmen eines Auslandssemesters vor Ort in Kilifi sein, um an dem Projekt weiterzuarbeiten und das Lernmaterial an die Menschen vor Ort heranzutragen und zu optimieren.

>> Projektbericht „Family Planning“ auf kmmmaster.de

Sonnenbrunnen

Sonnenbrunnen in KeniaIn einem weiteren Masterprojekt ging es um das Thema solarbetriebener Brunnen. Mit der Sahay Solar Engineering UG war bereits ein Unternehmen aus Karlsruhe gegeben, das solarbetriebene Brunnen in afrikanischen Raum anbietet, was Potenzial für eine Zusammenarbeit mit WEIKE bietet. Durch solarbetriebene Brunnen kann zum einen eine saubere, zuverlässige Wasserversorgung gewährleistet, und zum anderen eine nachhaltige Bewässerung der Pflanzen, die die Frauen für den Verkauf und Eigenbedarf anbauen, ermöglicht werden. Das Ergebnis des Masterprojekts sind aufbereitete Informationen in Form einer Broschüre, einem Flyer und einer Website.

>> Projektbericht „Sonnenbrunnen“ auf kmmmaster.de

 

Lernplattform Karlifi

Lernplattform karlifi.org

Kern des ADDI-Projekts ist die nachhaltige Entwicklung einer gemeinsamen Lern- und Austauschplattform zwischen der Hochschule Karlsruhe und der Pwani Universität in Kenia, die eine weitere Projektgruppe initial aufgebaut hat. Die Plattform karlifi.org dient ab sofort dazu, in Kenia und Deutschland langfristig gemeinsam zielgruppen- und kulturspezifische Inhalte zu entwickeln. Diese sollen von Studierenden, Dozenten und allen an WEIKE beteiligten Personengruppen (z.B. Trainer und Frauen) genutzt werden können. Neben spannenden Erfahrungsberichten zum Austausch der Studierenden werden auf der Plattform auch die Projekte zu den Themen Agrikultur, Family Planning und Sonnenbrunnen präsentiert.

>> Projektbericht „Lernplattform Karlifi“ auf kmmmaster.de

 


Über das Baden-Württemberg-STIPENDIUM

Das Baden-Württemberg-STIPENDIUM fördert den internationalen Austausch von qualifi­zier­ten Stu­dierenden und jungen Berufstätigen. Seit 2001 konnten über 20.000 junge Menschen aus Baden-Württemberg Auslandserfahrungen sammeln bzw. junge Menschen aus dem Ausland konnten einige Zeit in Baden-Württemberg verbringen. Jedes Jahr erhalten mehr als 1.000 junge Menschen ein Baden-Württem­berg-STIPENDIUM.
www.bw-stipendium.de

Das Programm Baden-Württemberg-STIPENDIUM für Studierende – BWS plus

Mit dem Programm BWS plus unterstützt die Baden-Württemberg Stiftung innovative Kooperationen von Hochschulen mit anderen internationalen Institutionen. 2011 wurde das mit jährlich ca. 800.000 Euro dotierte Programm zum ersten Mal ausgeschrieben und unterstützt inzwischen mehr als 50 BWS plus-Projekte an baden-württembergischen Hochschulen.

Stiftungsprofil

Die Baden-Württemberg Stiftung setzt sich für ein lebendiges und lebenswertes Baden-Würt­tem­berg ein. Sie ebnet den Weg für Spitzenforschung, vielfältige Bildungsmaßnahmen und den verant­wortungsbewussten Umgang mit unseren Mitmenschen. Die Baden-Württemberg Stiftung ist eine der großen operativen Stiftungen in Deutschland. Sie ist die einzige, die ausschließlich und überparteilich in die Zukunft Baden-Württembergs investiert – und damit in die Zukunft seiner Bürgerinnen und Bürger.
www.bwstiftung.de

BWS Plus

 

 

Madaraka – Tag der kenianischen Unabhängigkeit

Kenia Flagge Madaraka DayHeute am 1. Juni ist in Kenia Madaraka Day.

Das Wort Madaraka bedeutet auf Kiswahili soviel wie „Selbstverwaltung“ bzw. „Verantwortung“.

Am Madaraka Day, der als einer der wichtigsten kenianischen Feiertage gilt, wird die volle Unabhängigkeit Kenias vom Vereinigten Königreich seit 1963 gefeiert.

 

Geschichte des Madaraka Day

1895 übernahm Großbritannien die direkte Kontrolle über Kenia.

Der Uganda Railway ermöglichte britischen Siedlern einen schnellen Zugang zum fruchtbaren Hochland der Region.

Da diese Macht den Siedler nicht genügte, versuchten sie ab 1907 Kenia zur Kronkolonie zu machen, was ihnen 1920 gelang, obwohl dies den kompletten Ausschluss der ursprünglichen Einwohner und Einwohnerinnen aus politischen und staatlichen Prozessen bedeutete. Dieses Recht wurde Einheimischen auch bis 1944 weiter vorbehalten.

Ab 1952, zu Beginn des Mau Mau Aufstandes nahm der Druck auf die Kolonialisten stetig zu. Kurz darauf brach eine heftige Befreiungsbewegung los und so hatten viele einheimische Kenianer und Kenianerinnen während und bis zum Ende der Kämpfe 1959 rasch einen Anteil an den politischen Prozessen zurückgewonnen.

Mehrparteienwahlen wurden erstmals 1961 eingeführt, und am 1. Juni 1963 wurde Jomo Kenyatta als Folge der Unabhängigkeit erster Ministerpräsident der neugegründeten autonomen kenianische Regierung. Seine offizielle Unabhängigkeit erlangte Kenia am 12. Dezember 1963.

Der Madaraka Day heute

Der Madaraka Day wird heutzutage oftmals sehr kritisch hinterfragt. Es wird zum Bespiel unterstellt, dass nationale Feiertage, wie der Madaraka-Tag, nur eine Erweiterung der staatlichen Plattform seien, um ihre Errungenschaften zu skizzieren – seien sie real oder imaginär, während gewöhnliche Menschen in Kenia eher eine  kollektive Verachtung für den Nationalismus empfinden, und wenig Vertrauen in die Regierung haben, was durch Themen wie steigende Lebenshaltungskosten, Arbeitslosigkeit und Korruption begründet wird.

Andere entgegnen, dass hinter all dem Gerede über Korruption und Missmanagement in Kenia die Notwendigkeit steckt, gerade für die jüngere Generation neue Helden, neue Vorbilder und eine Vision zu finden.

Der Madaraka-Tag sollte also genutzt werden, um die Herausforderungen und Schwierigkeiten des Landes immer wieder wahrzunehmen und daran erinnern, dass der Kampf für die Freiheit  weiter geht.

Am wichtigsten ist also für viele Kenianer und Kenianerinnen nicht der ursprüngliche Gedanke des Madaraka Days, sondern die Herausforderung, die Jugend in die Debatte mit einzubeziehen, an die vielen Opfer,  die für die Unabhängigkeit gebracht wurden, zu erinnern und in diesem Stadium nicht rückwärts zu gehen. Menschenrechtsfragen stehen an der Spitze der Agenda. Diese Fragen waren vor vielen Jahren von Freiheitskämpfern angesprochen, und sie bleiben heute relevant für die neue Generation der Jugend.

Entsprechend wird der Tag jedes Jahr mit viel Energie gefeiert. Das Nyayo-Stadion in Nairobi ist an diesem Tag der angesagteste Ort in Kenia.

Zu diesem wichtigen Tag des Empowerments des ganzen Landes gratulieren auch wir von WEIKE – Women Empowerment in Kenya e.V.

Quellen:

Heute ist Weltfrauentag

Der 8. März …

Weltfrauentag… ist der alljährliche Weltfrauentag – ein Tag, der im Kampf um Gleichberechtigung und Emanzipation von Frauen entstanden ist. In Deutschland und vielen Ländern Europas, so wie in den USA sind Frauenbewegungen und Feminismus schon lange, zum Teil seit dem 18. Jahrhundert ein wichtiger Bestandteil der Beseitigung von gesellschaftlichen Ungerechtigkeiten und Benachteiligung und wenn auch noch nicht alle Ziele erreicht sein mögen, haben diese Bewegungen – im internationalen Vergleich betrachtet – viel zur verbesserten Stellung der Frauen beigetragen.

 

Doch wie sieht es in Kenia aus?

Frauenbewegungen in Kenia sind zwar vorhanden, lassen sich jedoch meist nur als temporär charakterisieren. Die Mitgliedschaft in Frauengruppen ist oftmals durch persönliche, verwandtschaftliche und/oder ethnische Beziehungen limitiert. Zudem werden die Funktionen verschiedener Gruppen von den Aktivistinnen nicht als komplementär, sondern als konfliktbehaftet wahrgenommen, da sich viele Unterschiede in der sozialen Differenzierung wiederspiegeln. Ländliche, in ökonomisch schwächeren Gebieten verortete Gruppierungen die den Großteil der Frauen repräsentieren empfinden die progressiveren Frauenbewegungen in urbanen Gebieten als fernab ihrer Lebensrealität. Dieses Gefüge hemmt das Entstehen eines Wir-Gefühls und damit die konstruktive Vernetzung für ein gleichberechtigtes Selbstbewusstsein.

Trotz dieser Problematik gibt es jedoch vereinzelte relativ beständige Gruppierungen. Eine führende Position hat die Federation of Kenya Women Lawyers (FIDA).

Seit 2008 existiert zudem die Bunge la Wamama Mashinani (Parlament der Frauen an der Basis). Die Bewegung setzt sich dafür ein, Frauen eine Stimme zu geben, den Zugang zum politischen und wirtschaftlichen Leben sowie zur Bildung zu fördern und die Straflosigkeit in Nairobi (für Täter von sexuellen Übergriffen an Frauen) zu bekämpfen.

Doch die Aktivistinnen müssen ein großes Opfer bringen. Die Mitglieder werden ständig zur Zielscheibe von Angriffen. Unterstützung durch die Regierung von Kenyatta erhält die Bewegung kaum. Die einzige Verbesserungschance bietet die Vernetzung mit anderen Gruppen. Weitere erschwerende Faktoren sind die Straflosigkeit von Menschenrechtsverletzungen und die Einschränkung der Pressefreiheit.

Diese Zustände möchten wir am Tag für Frauen(rechte) erwähnen, da sie auch für unser Projekt zu zwei wichtigen Schlussfolgerungen führen:

  1. Der dringende Wunsch nach besseren Lebensumständen ist in ganz Kenia (ländlich und urban) vorhanden.
  2. Die Frauen brauchen Hilfe und Schutz um ihre Anliegen schrittweise durchsetzen zu können.

Das liegt mit unserem Slogan und Namen – WOMEN EMPOWERMENT IN KENYA – auch uns besonders am Herzen!

Bericht von Angelika Mahringer

Quellen: